Skip to main content
WarenkorbClose Cart

⏳ Einige Farben sind derzeit nicht lieferbar und 10 % reduziert. 🚚 Andere Artikel sind zum vollen Preis versandbereit.


Die Wissenschaft hinter dem Active Chair: Wie Mikrobewegungen Haltung und Muskulatur verbessern


Lange Stunden des statischen Sitzens, zuerst im Büro und später zu Hause, sind zu einer Art moderner Ausdauersport geworden, allerdings ohne Medaille. Dabei ist der menschliche Körper für Bewegung gemacht. Je bewusster uns die Folgen langen Sitzens werden, desto stärker wird die passive Natur herkömmlicher Bürostühle infrage gestellt.
Active Chairs und Active-Sitting-Stühle bieten einen anderen Ansatz. Sie fördern feine, kontinuierliche Bewegungen, die nicht nur die Haltung verbessern, sondern auch helfen, wacher, gesünder und weniger mit dem Stuhl „verwachsen“ zu bleiben.

Was ist ein Active Chair?

Ein Active Chair ermöglicht es dem Körper, sich während der üblichen Schreibtischarbeit zu bewegen. Im Gegensatz zu klassischen Stühlen fördern Active-Sitting-Stühle natürliche Mikrobewegungen des Körpers. Man kann sie als „bewegungsfreundliche“ Sitzlösungen beschreiben.
Diese kleinen, aber konstanten Bewegungen reduzieren die negativen Effekte langen statischen Sitzens, halten die Durchblutung in Gang, aktivieren die Muskulatur und unterstützen eine natürliche, selbstregulierende Haltung.

Die Wissenschaft hinter Mikrobewegungen

Jeder Muskel, jede Sehne und jedes Gelenk verfügt über Rezeptoren, die selbst kleinste Veränderungen der Körperposition wahrnehmen. Diese Fähigkeit nennt man Propriozeption. Sie ist das interne Orientierungssystem des Körpers und Teil des somatosensorischen Systems, das Berührung, Bewegung und Position erfasst.
Sitzen oder Stehen auf einer instabilen Oberfläche führt dazu, dass der Körper kontinuierlich Signale an das Gehirn sendet, um das Gleichgewicht anzupassen. Diese Anpassungen erfolgen automatisch, ohne bewusstes Nachdenken, während die Muskulatur in Echtzeit reagiert.

Das Sitzen auf einem leicht instabilen Active Chair funktioniert nach demselben Prinzip. Sobald sich der Sitz minimal bewegt, muss der Körper aufmerksam bleiben und reagieren. Tiefliegende, stabilisierende Muskeln der Wirbelsäule, auch tonische Muskeln genannt, werden aktiviert, um eine aufrechte Haltung zu erhalten.

Diese Muskeln bestehen überwiegend aus langsam zuckenden Muskelfasern. Sie sind auf Ausdauer ausgelegt und dafür geschaffen, die Haltung über längere Zeit zu stabilisieren, nicht für kurze Kraftspitzen. Größere, schnelle Bewegungen hingegen aktivieren vor allem phasische Muskeln, die für kurze, intensive Belastungen zuständig sind.

Wenn wir jedoch über lange Zeit statisch sitzen oder uns insgesamt wenig bewegen, schwächen sich diese tiefen stabilisierenden Muskeln ab. Die Propriozeption wird ineffizienter und das Halten des Gleichgewichts erfordert mehr Aufwand. Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen langem statischem Sitzen und Schmerzen im unteren Rückenbereich (Odesola et al., 2024).
Die gute Nachricht ist, dass Gleichgewicht und muskuläre Koordination trainierbar sind. Wie jede Fähigkeit verbessert sich auch die körpereigene „Autokorrektur“ mit regelmäßiger Übung.

Gesundheitsvorteile von Active Sitting

Active Sitting bedeutet nicht einfach zielloses Zappeln. Die gleichmäßigen, kleinen Bewegungen lösen eine Reihe konkreter gesundheitlicher Effekte aus.

  • Aktivieren Sie die Rumpfmuskulatur. Aktivierung der Rumpfmuskulatur. Subtile Bewegungen aktivieren kleine Muskeln, die für die Stabilisierung der Wirbelsäule verantwortlich sind und Rückenschmerzen vorbeugen.
  • Verbesserung des Flüssigkeitsaustauschs und der Nährstoffversorgung der Bandscheiben. Verbesserter Flüssigkeitsaustausch und Nährstoffversorgung der Bandscheiben. Kontinuierliche Mikrobewegungen halten die Wirbelsäule sanft in Bewegung, was für die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Bandscheiben essenziell ist.
  • Eine neutrale Wirbelsäulenposition fördern. Förderung einer neutralen Wirbelsäulenposition. Active Sitting unterstützt das muskuläre Gleichgewicht im Lendenbereich und begünstigt eine leichte Beckenvorneigung. Passives Sitzen hingegen fördert eine Beckenkippung nach hinten, wodurch die neutrale Lendenlordose verloren geht und die Belastung ungünstig verteilt wird.
  • Verbessern Sie die kognitiven Fähigkeiten. Verbesserung kognitiver Fähigkeiten. Regelmäßige Bewegung und kleine Aktivitätswechsel während der Arbeit steigern Produktivität und Leistungsfähigkeit.
  • Fördern Sie eine bessere Atmung. Unterstützung einer besseren Atmung. Eine aufrechte, neutrale Haltung öffnet den Brustkorb, entlastet das Zwerchfell und verbessert automatisch den Luftstrom in die Lunge.

Atmung und Haltung: ein oft unterschätzter Zusammenhang

Langes statisches Sitzen beeinflusst die Atmung direkt. Eine zusammengesunkene, vermeintlich bequeme Haltung erhöht die Steifheit der Wirbelsäule, verringert die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule und erschwert eine effiziente Atmung.
Zusätzlich reduziert langes Sitzen das Lungenvolumen beim Einatmen und macht die Muskelkontraktion beim Ausatmen weniger effektiv (Lurati, 2018). Das Zwerchfell steht unter konstanter Spannung durch die Schwerkraft, wodurch tiefes Atmen erschwert wird.

Eingeschränkte Atmung betrifft nicht nur das Atemsystem, sondern auch das psychische und neurologische Wohlbefinden. Eine reduzierte Sauerstoffversorgung des Gehirns kann zu Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit und mentaler Erschöpfung führen. Sie beeinflusst Stimmung, Aufmerksamkeit, Sauerstoffsättigung des Blutes, Körperhaltung und das parasympathische Nervensystem. Fehlen diese biopsychologischen Faktoren, entsteht chronischer Stress, der wiederum Rückenschmerzen verstärken kann (Sullivan Nick et al., 2021).

Durch die Förderung einer aufrechten Haltung und einer besseren Wirbelsäulenausrichtung kann Active Sitting die Atemmechanik verbessern, das Nervensystem unterstützen und die allgemeine Stressbelastung des Körpers senken.

Das Problem des Sitzens mit überschlagenen Beinen

Neben statischem und zusammengesunkenem Sitzen verdient eine weitere verbreitete Gewohnheit Aufmerksamkeit: das Sitzen mit überschlagenen Beinen.

Diese Sitzhaltung erhöht die Beckenasymmetrie und begünstigt eine Beckenkippung nach hinten (Jung et al., 2020). So elegant sie wirken mag, sie erzeugt zusätzlichen Druck auf Gesäß- und Piriformismuskulatur und kann diese langfristig schwächen. Gleichzeitig erhöht sie die Rotationsbelastung von Becken und Lendenwirbelsäule, was die Hüftausrichtung negativ beeinflussen und Rückenschmerzen begünstigen kann.

In den meisten Fällen sind Active Chairs nicht dafür ausgelegt, bequem mit überschlagenen Beinen zu sitzen. Sobald das Gewicht einseitig verlagert wird, wird das Gleichgewicht zur Herausforderung. Genau deshalb ist ein Active Chair eine sinnvolle Wahl. Er unterstützt eine symmetrische Haltung und sorgt dafür, dass beide Körperseiten gleichmäßig arbeiten.

Funktionieren Active-Sitting-Stühle wirklich? Was die Forschung zeigt

Studien zeigen, dass bestimmte Active Chairs die Aktivität der tiefen Rückenmuskulatur erhöhen (Kuster et al., 2020). Die Aktivierung dieser stabilisierenden Muskeln bringt zahlreiche Vorteile. Sie verbessert die Haltung, stärkt die Wirbelsäule, unterstützt die allgemeine Rückengesundheit und reduziert Schmerzen. Sitzzeit wird so zu einer Art sanftem Training für den Rücken.

Den richtigen Active Chair wählen: der Muista Chair

Nicht alle Active-Sitting-Stühle sind gleich. Bei der Wahl des passenden Active Chairs für das Büro sollten Bewegungsart, tägliche Gewohnheiten, körperliche Ziele und Design berücksichtigt werden. Der Muista Chair hebt sich in mehreren Punkten hervor.

Bewegungsart

Der Muista Chair ermöglicht Mikrobewegungen in mehreren Bewegungsebenen, sowohl nach vorne und hinten als auch seitlich. Diese Bewegungsvielfalt ahmt natürliche Beckenbewegungen nach, wie sie beim Gehen auftreten.

Balance und Instabilität

Muista bietet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Herausforderung und Sicherheit. Die sanfte Instabilität fördert Gleichgewicht, Propriozeption und Rumpfkontrolle und eignet sich ideal zur Aktivierung tiefer Haltungsmuskulatur während des gesamten Arbeitstags.

Neutrale Wirbelsäulenposition

Die Vor- und Rückbewegung des Muista Chairs unterstützt eine neutrale Lendenwirbelsäulenposition und hilft, die Belastung gleichmäßiger auf die Bandscheiben zu verteilen.

Design

Der Muista Chair kombiniert ein klares, minimalistisches Design mit einer vielseitigen Farbpalette und zeigt, dass ergonomische Unterstützung funktional und ästhetisch zugleich sein kann.

Conclusion

Viele Menschen greifen automatisch zu einem klassischen Bürostuhl, obwohl Studien zeigen, dass ein Active Chair die gesündere Wahl sein kann (Léger et al., 2022). In Kombination mit einem höhenverstellbaren Sitz-Steh-Schreibtisch entsteht eine besonders effektive ergonomische Lösung, die Bewegung, Flexibilität und Komfort vereint und sowohl Körper als auch Arbeitstag unterstützt.

Autorin: Milda Gaigalaite

Co-Autorin und wissenschaftliche Redaktion: Ieva Aleknaitė-Dambrauskienė

Literaturverzeichnis

Jung, K. S., Jung, J. H., In, T. S. (2020). Auswirkungen des Sitzens mit überschlagenen Beinen auf Rumpf- und Beckenwinkel sowie Gesäßdruck. International Journal of Environmental Research and Public Health, 17(13), 1–9. https://doi.org/10.3390/ijerph17134621 https://doi.org/10.3390/ijerph17134621

Kuster, R. P., Bauer, C. M., Baumgartner, D. (2020). Wird aktives Sitzen auf einem dynamischen Bürostuhl durch die Rumpfmuskulatur gesteuert? PLoS ONE, 15(11). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0242854 https://doi.org/10.1371/journal.pone.0242854

Léger, M. C., Cardoso, M. R., Dion, C., Albert, W. J. (2022). Führt aktives Sitzen zu stärkeren physiologischen Veränderungen als traditionelles Sitzen und Steharbeitsplätze? Applied Ergonomics, 102. https://doi.org/10.1016/j.apergo.2022.103741 https://doi.org/10.1016/j.apergo.2022.103741

Lurati, A. R. (2018). Gesundheitsprobleme und Verletzungsrisiken im Zusammenhang mit langem Sitzen und sitzender Lebensweise. Workplace Health and Safety, 66(6), 285–290. https://doi.org/10.1177/2165079917737558 https://doi.org/10.1177/2165079917737558

Odesola, D. F., Kulon, J., Verghese, S., Partlow, A., Gibson, C. (2024). Intelligente Sitzmöbel zur Erkennung, Klassifikation und Überwachung der Sitzhaltung: eine umfassende Übersicht. Sensors, 24(9). https://doi.org/10.3390/s24092940 https://doi.org/10.3390/s24092940

Sullivan, N., Hebron, C., Vuoskoski, P. (2021). Kommunikation chronischer unspezifischer Rückenschmerzen aus Sicht von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. Physiotherapy Theory and Practice, 37(9), 973–992. https://doi.org/10.1080/09593985.2019.1672227 https://doi.org/10.1080/09593985.2019.1672227